Vorsorge- und Rehakliniken für Mütter und Väter in Not

Müttergenesungswerk fordert Zuschlag für Corona-Mehraufwendungen

  • Corona-Regelbetrieb mit Abstands- und verstärkten Hygieneregeln stellt Kliniken vor große wirtschaftliche Probleme.
  • Corona-Mehraufwendungen brauchen eine Regelung.
  • Müttergenesungswerk fordert für jede*n Patient*in in Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen pro Tag einen Zuschlag auf den vereinbarten Vergütungssatz.

Berlin, 27. Juli 2020. Bundesweit können medizinische Vorsorge- und Rehabilitationskliniken ihren Betrieb wieder aufnehmen. 60 Kliniken im Müttergenesungswerk (MGW) sind derzeit geöffnet – viele aufgrund der mit Gesundheitsbehörden vereinbarten Infektionsschutzkonzepte noch mit Minderbelegung, aber mit dem Ziel einer langsamen Steigerung. Diese Wiedereröffnung ist dringend nötig, denn Mütter, Väter und pflegende Angehörige waren wegen des Corona-Lockdowns hohen familiären Belastungen ausgesetzt. Die Kliniken arbeiten mit großem Engagement und melden zurück, dass die Teilnehmer*innen trotz besonderer Rahmenbedingungen sehr dankbar sind, die Kurmaßnahmen durchführen zu können. Das Müttergenesungswerk weist jetzt eindringlich darauf hin, dass für den Patient*innenschutz und die Fürsorge für Mitarbeitende im „Corona-Regelbetrieb“ mit Abstands- und verstärkten Hygienekonzepten sowie veränderten Arbeitsabläufen die Sach- und Personalkosten deutlich steigen. Damit geraten die Kliniken wieder in finanzielle Not, denn die derzeit geltenden Vergütungsvereinbarungen reichen nicht mehr. Die Tagessätze im Mütter- und Mutter-Kind-Bereich sind ohnehin viel zu gering und setzen – ohne Corona - eine Belegung von 95 % voraus.

Müttergenesungswerk fordert verbindliche Regelung

Bereits im März mussten die Kliniken für Mütter und Väter kämpfen, um unter den Corona-Rettungsschirm der Bundesregierung zu kommen, der aktuell bis Ende September gilt. „Für den Rettungsschirm sind wir dankbar. Er ist extrem wichtig, weil es für nicht belegte Plätze 60 % Ausfallgelder gibt. Dennoch hat der Lockdown zu einer schwierigen finanziellen Situation geführt, v.a. seitdem der Betrieb wieder aufgenommen wurde“, so Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks. „Für die jetzt wieder angelaufene Belegung gilt es ebenso Lösungen zu finden, dass diese stabil finanziert ist. Die Kliniken brauchen eine Pauschale für die außerordentlichen Corona-Mehraufwendungen auf den Vergütungssatz pro Patient*in pro Tag. Nach den bisherigen Erfahrungen in den Kliniken ist hierbei von ca. 20 Euro pro Person und Tag auszugehen.“ Der wirtschaftliche Druck der Mehraufwendungen belastet die Kliniken für Mütter und Väter stark.

Auswirkungen der Anforderungen: Warum sind die Kosten gestiegen?

Die für den Patient*innen- und Mitarbeiter*innenschutz geltenden Abstands- und verstärkten Hygieneanforderungen haben erhebliche Leistungs- und Prozessveränderungen zur Folge. Kosten für Materialien zum Schutz der Patient*innen, Kinder und Mitarbeiter*innen schlagen zu Buche. Darüber hinaus steigen die Personalkosten, beispielsweise durch eine umfangreiche Anamnese und Aufklärung im Vorfeld der Anreise oder da oft nur kleinere Therapie- und Kinderbetreuungsgruppen möglich sind. Der Aufwand je Patient*in erhöht sich enorm. Das gilt auch für die Reinigung und die unterstützenden Dienstleistungen. Zudem müssen die Kliniken Quarantänebereiche freihalten. All diese Kosten sind in den Vergütungsvereinbarungen der Kliniken derzeit nicht berücksichtigt und brauchen dringend einen Corona bedingten Zuschlag.

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