
AWO warnt vor massivem Personalabbau in der Migrationssozialarbeit
Die geplanten Kürzungen der Bundesregierung in der Migrationssozialarbeit haben drastische Auswirkungen für Ratsuchende und Träger, wie exklusive Berechnungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zeigen.
Allein bei der AWO sind den Berechnungen zufolge 112 von derzeit 466 Stellen gefährdet. Damit könnte nahezu jede vierte Personalstelle in der bundesgeförderten Migrationssozialarbeit wegfallen. Auch verbandsübergreifend wären die Auswirkungen massiv. Hier droht nach der Analyse der AWO ein Verlust von bis zu 630 Stellen, falls die gekürzten Bundesmittel nicht durch Eigen- oder andere Drittmittel ausgeglichen werden können.
„Mit diesen Stellen gehen nicht nur Arbeitsplätze verloren. Wir verlieren auch über Jahre aufgebautes Fachwissen, Vertrauen und wichtige Netzwerke vor Ort. All das lässt sich nicht einfach ersetzen. Am Ende wird auch nicht gespart, sondern die Kosten werden Richtung Kommunen und Behörden verschoben. Insgesamt droht außerdem ein volkswirtschaftlicher Schaden, weil unsere Beratungsangebote große Mehrwerte bei Bildung und Arbeitsmarkt ermöglichen, die in Zukunft wegfielen. Deshalb: Wir brauchen Investitionen in Menschen statt Kürzungen“, sagt AWO-Präsident Michael Groß.
Neben mehr kurzfristigen Mitteln für die unterschiedlichen Programme brauche es mittelfristige Planungssicherheit, Förderbedingungen, die die Realität gemeinnütziger Träger würdigen, und eine gesetzliche Absicherung der Beratungslandschaft.
Vor dem Hintergrund rechtsextremer Wahlerfolge sieht Michael Groß die Bundesregierung in einer besonderen Pflicht, die Migrationssozialarbeit als wichtigen Bestandteil der kommunalen Unterstützungsstrukturen zu stärken: „Bei der Frage, ob wir das Einwanderungsland Deutschland solidarisch gestalten oder diese Frage den Rechten überlassen, beweist sich heute mehr denn je der Charakter.”














